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Portfolio & Archiv 1982 — 2024

Jurgen
Faust

… das Private, das Öffentliche von J.F.

Wissenschaftler, Künstler und Designer. Arbeiten an der Schnittstelle von Gestaltung, bildender Kunst und Naturwissenschaft.

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Kunstwerke

13 Arbeiten

Designtheorie

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Lehre & Lernen

Wer weiß, der tut. Wer versteht, der lehrt. — Aristoteles

Seit 1998 lehre ich als Universitätsprofessor. Ich habe in vier Ländern an Hochschulen gelehrt und war Gründungsrektor einer privaten Fachhochschule in Deutschland.

Das Lehren ist die lohnendste Lernumgebung. Es verlangt, das Implizite explizit zu machen — eine intellektuelle Disziplin, die kaum ein anderes Umfeld bietet.

In meiner Promotion habe ich mich intensiv mit der Kunst beschäftigt, eine Disziplin wie Design zu konstituieren. Design ist nicht gegeben — es wird von der Gemeinschaft jener gemacht, die Designtheorie betreiben.

Vorlesung · Video

Videokonferenz — Lehre im digitalen Raum

Aufzeichnung einer Lehrveranstaltung. Design als diskursive Praxis — wie Wissen in vernetzten Lehrformaten gemeinsam erzeugt wird.

Über

Jurgen Faust

Biografie

Jurgen Faust

Jürgen Faust, geboren am 15. September 1955 in Deutschland …

Von 2007 bis 2014 promovierte er am Planetary Collegium der Universität Plymouth …

Faust lehrte als Professor in vier Ländern …

Als Künstler ausgestellt in Deutschland, England, Italien, Polen, Slowakei und USA.

Mitglied im Service Design Network Germany und der Design Research Society.

Jürgen Faust wurde am 15. September 1955 in Deutschland geboren. Von 1979 bis 1982 studierte er Chemie (Dipl. Ing.) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Reutlingen in Kooperation mit der Universität Bremen. Diese technische Grundlage schuf eine interdisziplinäre Basis, die sich später mit seinen künstlerischen und gestalterischen Interessen verband. Anschließend wechselte er zur künstlerischen Ausbildung: Von 1982 bis 1984 absolvierte er ein Studium in Malerei, Grafik und Skulptur an der Freien Akademie in Nürtingen, wo er den Abschluss in Bildender Kunst erwarb.

Seine Doktorarbeit markierte eine entscheidende Hinwendung zur theoretischen Designforschung: Von Herbst 2007 bis Herbst 2014 promovierte er am Planetary Collegium der Universität Plymouth, England, unter der Betreuung von Prof. Derrick de Kerckhove, Prof. Roy Ascott und Prof. Antonio Caronia. Seine Dissertation trägt den Titel „Discursive Designing Theory — Towards a Theory of Designing Design" und untersucht interdisziplinäre Ansätze in Designprozessen.

Akademische Laufbahn

Faust begann seine akademische Karriere in Deutschland in den späten 1980er Jahren. Von 1986 bis 1999 lehrte er am Kunstseminar Metzingen Freie Hochschule, das er mitgründete und mitleitete. 1997 wurde er zum Dekan der Abteilung Kunst und Medien an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Metzingen ernannt. 1998 folgte sein erster internationaler Ruf als Gastprofessor an der Cleveland State University (USA).

Von 1999 bis 2006 war er Full Professor für Design und Mediendesign am Cleveland Institute of Art, ab 2000 Vorsitzender des T.I.M.E.-Programms (Technology and Integrated Media Environment) und ab 2002 Dekan für Integrated Media. Ab 2006 übernahm er Positionen in Mexiko: zunächst Dekan für Akademische Angelegenheiten am CEDIM Monterrey, dann ab 2007 Professur für Design und Theorie am Tecnológico de Monterrey, die er bis heute innehat.

Parallel dazu war er von 2007 bis 2021 Full Professor für Mediendesign und Kommunikation an der MHMK (jetzt Macromedia Universität) in München. Von 2009 bis 2012 fungierte er als International Strategic Advisor für die IED Group in Mailand. Von 2010 bis 2013 war er Vizepräsident für Akademische Angelegenheiten und Forschung an der MHMK, von 2013 bis 2020 Präsident der Macromedia Universität für angewandte Wissenschaften in München. 2021–2026 war er Professor und Programmleiter Design an der SRH Distance Learning University in Riedlingen, Deutschland, wo er in den Masterstudiengängen Design Management M.A. und UX & Service Design M.A. lehrte.

Designtheorie und Publikationen

Fausts wissenschaftliche Beiträge zur Designtheorie reichen bis in die 1990er Jahre zurück und umfassen Bücher, Sammelbände und Zeitschriftenartikel, die die Schnittstellen von Design, Management, Diskurs und Wissensproduktion erkunden. Sein Werk betont interdisziplinäre Ansätze und positioniert Design als generativen Prozess in Organisationskontexten und Medienwissenschaften.

Ein zentrales Frühwerk ist der mitherausgegebene Band On the Universality of Creativity (Lit-Verlag, 1994), der die Rolle von Kreativität in Design und Kultur untersucht. Zu Beginn der 2000er Jahre wandte sich Faust der managementorientierten Designtheorie zu: In seinem Beitrag „Purposes in Lieu of Goals; Enterprises in Lieu of Things" (Managing as Designing, Stanford University Press, 2004) argumentiert er für Designs Potenzial, Managementziele über traditionelles Zielsetzen hinaus neu zu rahmen. Dieses Thema kulminiert im mitherausgegebenen Band Dialogues in the Realm of Managing as Designing (CASE University, 2011, mit Fred Collopy).

In den 2010er Jahren erweiterte Faust sein Schaffen um bedeutende Zeitschriftenartikel: „Positive Design" (Journal of the ASIS&T, 2009, 22 Zitierungen) führt eine positive Perspektive in Designpraktiken ein und integriert Appreciative Inquiry mit organisationalen Informationssystemen. „Designing Design and Designing Media" (Technoetic Arts, 2010, 7 Zitierungen) untersucht, wie Medien Designprozesse formen. Das Hauptwerk dieser Dekade ist Designing Business and Management (Bloomsbury Academic, 2016, mit Sabine Junginger, 22 Zitierungen), das Designtheorie für managerialen Wandel synthetisiert.

Theoretische Kernkonzepte

Fausts theoretisches Rahmenkonzept ist der „Designdiskurs": ein dynamisches System von Aussagen, Bedeutungen und sozialen Interaktionen, das Wissen in kreativen Prozessen konstruiert und rekonstruiert. Statt Design als lineare Aktivität zu verstehen, begreift er es als reflexive, partizipative Praxis. Im Managementkontext entwickelt er das Konzept „Managing as Designing", bei dem Führungskräfte diskursive Methoden einsetzen, um komplexe „wicked problems" ko-kreativ zu bewältigen.

Theoretisch schöpft Faust aus einem breiten Spektrum: Klaus Krippendorffs semantic turn rahmt Design als „Sinn-Stiften"; Charles Sanders Peirces Semiotik und abduktives Schlussfolgern informieren seine Zeichentheorie; Vilém Flussers Kommunikationstheorie und Marshall McLuhans Medienbegriff erweitern die diskursive Reichweite des Designs; Michel Foucaults Wissensarchäologie formt seine Analyse von Diskontinuitäten in Designdiskursen. Das Konzept der „Alterplinarity" beschreibt schließlich das Auflösen disziplinärer Grenzen in digitalen, hypervernetzten Designpraktiken, die verteilte Kognition und Echtzeit-Wissenserzeugung ermöglichen.

Praxis und Methode

Jürgen Fausts künstlerische Praxis dreht sich um multimediale Erkundungen, die Designelemente mit experimentellen Medien verbinden: digitale Drucke, Animation, Video, Raumgestaltung und Installationen. Sein Werk ist konzeptuell getrieben — es geht oft von wissenschaftlichen und wahrnehmungsbezogenen Ideen aus, um visuelle Interpretationen abstrakter Phänomene zu schaffen. Dabei hat Imagination Vorrang vor starrem Wissen, um umfassendere Realitäten einzukreisen. Dieser Ansatz erlaubt es ihm, die Grenzen zwischen traditioneller Zeichnung und digitaler Mediation zu überschreiten, indem er Schichten von Form und Oberfläche nutzt, um menschliche Konstrukte wie Zeit und Wahrnehmung zu hinterfragen.

Zentrales Werk seiner Praxis ist die „Wallworks"-Serie: eine Sammlung zweidimensionaler, an der Wand hängender Digitaldrucke (64×40 Zoll), erstmals präsentiert bei der SIGGRAPH 2003. Diese Werke leiten sich von fotografischen Aufnahmen gealterter Wände ab, die zufällige Kratzer, Markierungen, Flecken und Abdrücke zeigen — Elemente, die Faust als emergente Zeichnungen neu interpretiert, deren Bedeutung erst durch das kontextuelle Bewusstsein von Geschichte und Veränderung entsteht. Die Serie erkundet Themen des Alterns und des zeitlichen Wandels: Zeit wird nicht als isolierte Kraft begriffen, sondern als verflochten mit Wachstum, Verfall und geschichteten Mediationen über Oberflächen, Licht, Vision und Technologie.

Ausstellungen und Installationen

Fausts künstlerische Praxis wurde in einer Reihe von Ausstellungen und Installationen internationaler Veranstaltungsorte präsentiert. 2004 zeigte er die Solo-Multimedia-Installation Hermeneutic Circle in der Heights Arts Galerie in Cleveland, Ohio: Das Werk vermittelt vielfältige Perspektiven auf einen süditalienischen Marktplatz durch Zeitrafferprojektion von Fußgänger- und Fahrzeugbewegungen, wechselnde Schatten auf Fassaden und Nahaufnahmen von Steinpflaster und Alltagselementen.

Beim NEO Show im Cleveland Museum of Art (2005) präsentierte er Competing Lines, das visuelle und digitale Spannungen durch konkurrierende lineare Elemente in Mixed Media erkundete. In Deutschland erregte seine Soloausstellung Monoton im Ludwig Museum Koblenz (1997) mit minimalistischen Installationen über Monotonie und Materialzyklen Aufmerksamkeit — ausgezeichnet vom rheinland-pfälzischen Kultusministerium und der Helmut Servas Stiftung. Werke befinden sich heute in der Sammlung des Ludwig Museums.

Weitere Ausstellungen umfassen Gruppenausstellungen in Italien (1984, Galerie Lillo, Venedig-Mestre), England (1992, Queen's Hall, Hexham), Polen (2001, Museum Leon Wyczołkowski, Bydgoszcz; 2002, Mixed Reality, Breslau), der Slowakei (Staatsgalerie Banská Bystrica 1992, Nationalgalerie 1993) und den USA (2nd Cleveland Biennial 2003; BoMA Gallery Columbus 2006). Faust ist Mitglied im Service Design Network Germany und der Design Research Society sowie Gutachter für She Ji: The Journal of Design, Economics, and Innovation.

Blog

Theorie & Praxis

Projekte

Externe Plattformen

Projekt 01

Fianco a Fianco

Interkulturelles Dialogprojekt zwischen Deutschland und Italien.

fiancoafianco.eu →

Projekt 02

Masseria Tumpagno

Agriturismo und kulturelles Zentrum in Apulien, Süditalien.

masseriatumpagno.com →
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